Ich sehe dich. Ich sehe mich.

© MICHÈLE BACHMANN COACHING

Wenn die Liebe so richtig erfüllend und tief ist und wir uns fühlen, wie wenn uns nichts und niemand mehr erschüttern könnte, dann wird die Welt still.
Nicht, weil sie aufhört, sich zu drehen, sondern weil wir in diesem Moment ganz bei uns selbst sind.
Ganz in der Liebe.
Ganz im Vertrauen.

Es ist, als ob sich etwas in uns ausdehnt. Ein Raum, der vorher verschlossen war.
Und plötzlich ist da diese Gewissheit:
Ich bin gemeint. Ich bin gesehen. Ich bin gehalten.

Die Zweifel, die sonst so laut sind, werden leiser.
Die Ängste, die uns oft begleiten, verlieren ihre Macht.
Denn wenn Liebe echt ist, tief und nährend, dann trägt sie uns.
Nicht nur durch die leichten Tage, sondern gerade durch die dunklen.

Und wir merken:
Es geht nicht darum, perfekt zu sein.
Es geht darum, echt zu sein.
Verletzlich. Offen.
Bereit, uns hinzugeben. Nicht blind, sondern bewusst.

Vielleicht ist das die grösste Kraft der Liebe:
Dass sie uns nicht verändert, sondern uns erinnert, wer wir wirklich sind.

Und wenn wir uns in dieser Liebe begegnen – nicht als Rollen, nicht als Erwartungen, sondern als Wesen – dann beginnt etwas Magisches.
Nicht laut, nicht spektakulär.
Sondern leise.
Wie Morgentau auf der Haut.
Wie ein Blick, der sagt:
„Ich sehe dich. Ich sehe mich. Und ich bleibe.“

Dann wird Nähe nicht zur Enge, sondern zur Weite.
Dann wird Berührung nicht zur Geste, sondern zur Sprache.
Dann wird Schweigen nicht zur Leere, sondern zur Tiefe.

Und wir spüren:
Liebe ist nicht Besitz.
Sie ist ein Geschenk.
Nicht zum Festhalten, sondern zum Teilen.
Nicht zum Kontrollieren, sondern zum Vertrauen.

Vielleicht ist das der Moment, in dem wir begreifen:
Liebe ist kein Ziel. Sie ist der Weg.
Und wenn wir ihn gemeinsam gehen – mit offenen Herzen und wachen Seelen – dann wird selbst das Ungewisse zum Zuhause.
Deins. Meins. Unseres.

Und vielleicht ist Liebe genau das:
Ein stilles Erinnern an das, was wir längst in uns tragen.
Ein Raum, in dem wir nicht funktionieren müssen, sondern einfach sein dürfen.
Ein Ort, an dem unsere Narben nicht versteckt, sondern gehalten werden.

Denn echte Liebe fragt nicht:
„Was bringst du mit?“
Sie fragt:
„Was darf bei dir heil werden?“

Und sie antwortet nicht mit Versprechen, sondern mit Präsenz.

Wenn wir uns so begegnen – ohne Masken, ohne Mauern – dann wird Beziehung zur Heimat.
Nicht weil alles leicht ist, sondern weil wir bereit sind, gemeinsam durch das Schwere zu gehen.

Und vielleicht ist das das Schönste:
Dass wir nicht nur lieben, sondern geliebt werden.
Nicht, weil wir perfekt sind, sondern weil wir echt sind.
Und dass wir uns in dieser Echtheit nicht verlieren, sondern finden.